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Die Salesianer Don Bosco sind eine internationale katholische Ordensgemeinschaft, die im 19. Jahrhundert vom italienischen Priester Don Giovanni (Johannes) Bosco in Turin gegründet wurde. Sie setzen sich weltweit für Kinder und Jugendliche ein. Täglich werden bis zu 480.000 Jugendliche in 1800 Jugendzentren weltweit mit einer warmen Mahlzeit versorgt. Die Einrichtungen tragen zur Grundversorgung der Kinder und Jugendlichen bei. Sie schenken Geborgenheit und helfen mit, ihnen einen guten Start in einem schwierigen Lebensumfeld zu ermöglichen

Leben und Werk Don Bosco´s

Johannes Bosco stammte aus ärmsten, bäuerlichen Verhältnissen: Geboren am 16. August 1815 in Becchi, einem kleinen Ort bei Turin, wurde er bereits mit zwei Jahren Halbwaise. Seine Mutter Margareta musste alleine drei Söhne ernähren und sie im Glauben erzieht. Trotz großer materieller Not verfolgte Johannes seinen frühen Wunsch, Priester zu werden. Weil er während der Priesterausbildung Geld verdienen musste, erlernte er nebenbei mehrere handwerkliche Berufe. 1841 wurde er zum Priester geweiht. Als sein Lebensprogramm wählt er: "Da mihi animas, cetera tolle" – „Gib mir Seelen, alles andere nimm“ (Gen 14,21). Er ging nach Turin, eine pulsierende, schnell wachsende Industriestadt des 19. Jahrhunderts.

Don Bosco lernt die Schattenseiten der Industrialisierung kennen, viele Jugendliche lebten auf der Straße, suchten Arbeit, landeten im Gefängnis. Schon mit neun Jahren ahnt er durch einen Traum, dass er sich der Erziehung der Jugend widmen sollte. Er begann, sich um sie zu kümmern, und verbrachte seine Freizeit mit ihnen. Dann fängt er an, sie zu unterrichten; zunächst in Lesen, Schreiben und Katechismus. Als Don Bosco Räume bekam, gründete er das "Oratorium", das er unter den Schutz des heiligen Franz von Sales stellte. Das Oratorium war ein offenes Haus für junge Menschen, besonders für die Ärmeren. Ein Haus zum Leben, zum Spielen, zum Lernen und zum Einüben des Glaubens. Später gründete Don Bosco Lehrwerkstätten, Schulen, schloss Ausbildungsverträge ab und sammelte eine immer größer werdende Schar von Helfern um sich.

Mit seinem Erziehungsstil und seiner pastoralen Praxis, die sich auf die Vernunft, die Religion und die Liebenswürdigkeit gründete, führte er die Jugendlichen zur Reflexion, zur Begegnung mit Christus und zum apostolischen, gesellschaftlichen und beruflichen Engagement.

Unter seinen Jugendlichen suchte er die besten Mitarbeiter für sein Werk aus und rief die Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Bosco ins Leben, benannt nach dem Heiligen Franz von Sales, den Don Bosco wegen seiner Güte und Menschenfreundlichkeit sehr verehrt. Zusammen mit der heiligen Maria Dominika Mazzarello gründete er das Institut der Töchter Mariens, der Hilfe der Christen (Don-Bosco-Schwestern). Schließlich entstand zusammen mit engagierten Laien die Vereinigung der Salesianischen Mitarbeiter zur Unterstützung des Erziehungswerks für die Jugendlichen.

Don Bosco starb nach lebenslangem Einsatz für die Jugend am 31. Januar 1888 im Alter von 73 Jahren. Am Ostersonntag 1934 wurde er von Papst Pius IX. heilig gesprochen. 

Bacau und Konstanza

Leben unter der Erde - In Rumänien hausen viele Kinder in Kanalschächten, weil sie kein Zuhause haben. Die Salesianer Don Bosco helfen ihnen beim Aufbau einer neuen Zukunft. Die Arbeit der Salesianer Don Bosco in Rumänien hat 1996 begonnen. Heute arbeiten 10 Salesianer in den 2 Einrichtungen in Bacau und in Constanta (Konstanza), im Südosten Rumäniens.

Konstanza ist eine Hafenstadt am Schwarzen Meer. Lange Sandstrände, Boutiquen und Cafés locken Touristen aus ganz Europa an.  Doch gerade mal 5 km von der Strandpromenade entfernt leben viele Kinder und Jugendliche in extremer Armut. Sie haben kein Zuhause, schlafen unter Brücken, in Heizungsschächten oder unterirdischen Kanallöchern. Ihre Eltern sind arbeitslos, gewalttätig, leben in winzigen, abbruchreifen Wohnungen – Folge eines gesellschaftlichen Umbruchs, in dem ein brutaler Überlebenskampf den Alltag bestimmt. Schon zu sozialistischen Zeiten galt Rumänien als Armenhaus. Und seit dem Zusammenbruch des Ceaucescu-Regimes haben sich die sozialen Probleme Rumäniens noch vergrößert. 43 Prozent der Menschen leben unter der Armutsgrenze, seit 1996 ist die Kaufkraft um die Hälfte gesunken. Im Armenviertel am Stadtrand von Konstanza und in Bacau gründeten deshalb die Salesianer Don Bosco die ersten Jugendzentren der Städte. Ziel ist es Straßenkindern und Jugendlichen aus problematischen, sozial schwachen armen Familien ein Freizeitprogramm als Alternative zum tristen Alltag anzubieten. Darüber hinaus sollen die Jungen und Mädchen eine Schul- und Berufsausbildung erhalten.  Salesianer Don Bosco sind Ansprechpartner für Probleme der Jugendlichen in Familie oder in der Schule. Darüber hinaus stehen Alphabetisierungskurse, Förderunterricht und Berufsausbildung auf dem Stundenplan.

Heute gehen 11 ehemalige Straßenkinder regelmäßig zur Schule. Im Berufsbildungszentrum absolvieren 100 Mädchen und Jungen pro Jahr EDV-Kurse, werden ausgebildet zu Graphikern, Elektronikern oder Schneidern. Bedarf gibt’s genug, in Konstanza siedeln sich derzeit viele mittelständische Unternehmen aus dem Ausland an. Deshalb haben Jugendliche mit einer Ausbildung bei den Salesianern gute Chancen auf einen Job. 

Ein Angebot, dass ihr ganzes Leben veränderte. 

Zum Beispiel Sonja, 16 Jahre alt. Mit acht Jahren war das Mädchen auf der Straße gelandet. Ihr Vater war gestorben, der neue Freund der Mutter Alkoholiker. Er schickte Sonja zum Betteln auf die Straße. „Wenn ich ohne Geld zurück kam, gab’s Prügel. Meine Mutter wollte mir helfen, aber er hat sie auch verprügelt.“ Sonja lief weg, schloss sich den Straßenkindern an – auf der Suche nach einer Ersatzfamilie. Doch das stellte sich schnell als Trugschluss heraus. „Da gibt’s verschiedene Banden, die sich gegenseitig bekämpfen.“ Gelebt hat sie vom Betteln. Von Zeit zu Zeit kam die Polizei vorbei, sprühte Tränengas in die Kanallöcher. Dann fingen die Beamten Sonja und die anderen Kinder ein und verfrachteten sie in ein staatliches Kinderheim. Doch dort wurden sie weggesperrt, mit Verboten überhäuft. Sonja riss wieder aus, kehrte zurück auf die Straße. Bis Don Sergio sie auf der Straße ansprach und ihr vorschlug, zu den Salesianern Don Bosco zu kommen.

Sonja hat es angenommen und bis heute nicht bereut. Was ist bei den Ordensleuten anders als im staatlichen Kinderheim? Hier wird niemand geprügelt oder eingesperrt. Und die Regeln werden erklärt, sagt Sonja. „Die Salesianer und die anderen Kinder sind jetzt meine Familie.“

Im Moment lebt Sonja mit sechs Ex-Straßenkindern in einem der beiden Wohnheime. Geht vormittags zur Schule, macht nachmittags eine Lehre als Schneiderin. Dafür bekommt sie sogar ein kleines Gehalt, 400 000 Lei, umgerechnet 20 Euro im Monat.

Mit dem Geld wollen die Salesianer die Kinder motivieren. Denn für die meisten ehemaligen Straßenkids ist es schwer, sich zu konzentrieren und an feste Regeln zu gewöhnen. Nicht alle schaffen das. Don Sergio und seine Mitarbeiter besuchen deshalb die Kinder in den Kanallöchern regelmäßig, bringen ihnen Essen und Kleider zum Wechseln. Und werben immer wieder für das Jugendzentrum. Wo sie ein warmes Essen bekommen, an Spielen mit den anderen Kindern teilnehmen können. Erst dann bieten die Salesianer Schulunterreicht oder das Erlernen handwerklicher Fertigkeiten an, zunächst stundenweise. „Wir respektieren die Freiheit der Kinder“, erklärt Don Sergio. 

Nicht alle waren am Anfang begeistert 

Trotz der großen Resonanz waren am Anfang viele Rumänen in der Nachbarschaft sehr skeptisch. „Einige hielten uns für eine Sekte. Sie hatten Angst, dass wir den Kindern etwas antun, “ erinnert sich Don Sergio schmunzelnd. Nach und nach sprach sich herum, dass die Kinder allen Grund zur Freude hatten. Zwei Jahre später kam ein Saal für Freizeitaktivitäten und ein Berufsbildungszentrum hinzu, dann folgte eine Textilwerkstatt. Denn das Konzept der Salesianer heißt: Kinder und Jugendliche müssen eine Ausbildung bekommen, damit sie später Chancen auf ein besseres Leben haben. 

Immerhin ein Anfang.

Doch für die Salesianer gibt’s noch viel zu tun. Die Nachfrage an Berufsbildung ist riesig, es gibt dreimal so viel Bewerber wie Plätze. Don Sergios nächstes Vorhaben: Die staatliche Anerkennung für Schule und Berufsbildungszentren durchsetzen und mehr qualifizierte Berufsschullehrer einstellen. Aber eins haben sie vor allem geschafft: „Den Kindern Respekt und Liebe geben. Das ist das Wichtigste.“